Mein Jakobsweg – Von Barbadelo nach Portomarín

Mein Jakobsweg – Von Barbadelo nach Portomarín

An das Aufstehen um 6 Uhr, anziehen und Rucksack packen im Dunkeln habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Um Punkt halb 7 bin ich wieder auf dem Camino unterwegs. Ich plane heute bis nach Marcadoiro zu gehen, was etwa 20 Kilometer entfernt liegt. Die Anderen wollen bis Portomarín oder noch weiter gehen. Ich bleibe aber bei einer kurzen Etappe. Portomarín ist touristisch sehr erschlossen und so hätte ich Bedenken, ein freies Bett zu bekommen.

[cml_media_alt id='6981']Barbadelo -> Portomarín[/cml_media_alt]

[cml_media_alt id='6984']Barbadelo -> Portomarín[/cml_media_alt]

Meine erste Pause möchte ich machen, sobald ich beim nächsten Supermarkt vorbeikomme, um dort ein Baguette und eine Avocado zu kaufen. Ich habe nämlich Appetit auf Avocadobrot. Am Wegesrand komme ich an einem Stand vorbei, an dem man sich bedienen darf und nach eigenem Ermessen spenden kann. Ich finde diese Idee wundervoll und habe sie auf dem Weg schon ein paar Mal gesehen.

Der nächste Supermarkt lässt auf sich warten und so laufe ich schnurstracks 4 Stunden am Stück. Lediglich nach knapp 3 Stunden wechsle ich einmal die Socken. Ich habe heute morgen nämlich kein Tape benutzt und habe das Gefühl, dass die Socken durchgeschwitzt sind und meine Fußballen zu stark reiben. Auf dem Weg komme ich am 100 km-Meilenstein vorbei und freue mich wie bolle.

[cml_media_alt id='6980']100 km Meilenstein Jakobsweg[/cml_media_alt]

Nach 4 Stunden, also rund 20 Kilometern, bin ich plötzlich und unerwartet in Portomarín. Scheinbar habe ich irgendwo eine Abkürzung genommen. Es ist gerade mal halb 11 und ich setze mich erstmal gemütlich auf eine Mauer mit Ausblick um ein Stück Brot und ein paar Haferkekse zu essen und eine Cola zu trinken.

[cml_media_alt id='6988']Barbadelo -> Portomarín[/cml_media_alt]

Bis zum nächsten Ort sind es noch gute 8 Kilometer. Dort gibt es nur eine Albergue und in dieser kein WLAN. Also entschließe ich mich kurzerhand, trotz der frühen Stunde in Portomarín zu bleiben. Schließlich bin ich eh schon ein Stückchen weiter, als geplant. Und meine Achillessehne wird es mir danken.

Ich suche in meinem Reiseführer nach der Albergue, die für mich am besten klingt und entscheide mich für die Albergue Porto Santiago. Ich habe Glück: Durch viele Reservierungen ist nur noch ein Bett frei, das ich für 10 € natürlich sofort nehme. Die Wäsche wird mich 3 € kosten und zum ersten Mal wird sie mit Waschmittel und nicht mit meinem Shampoo gewaschen, herrlich. Da es erst 13 Uhr ist, hänge ich die Wäsche im kleinen Garten zum trocknen auf.

[cml_media_alt id='7009']Barbadelo -> Portomarín[/cml_media_alt]

Die Albergue hat eine Einbauküche mit Backofen. Also überlege ich, mir nachher einen Nudelauflauf mit Gemüse zu machen. Die Reste kann ich dann morgen mit auf den Weg nach Palas de Rei essen. Dorthin bin ich gute 24 km unterwegs. Ich habe in der heutigen Albergue direkt ein Bett in einer Albergue in Palas de Rei reservieren lassen. So kann ich mir unterwegs Zeit lassen. Die Bilder dieser Albergue sahen gut aus, sie hat eine Küche und WLAN. Das ist alles, was ich brauche…

Den Rest des Tages sitze ich im Garten der Albergue und blogge ein wenig. Gegen Abend schreibe ich Kathi eine Nachricht, ob sie sich treffen möchte, ziehe ich meine frisch gewaschenen Freizeitklamotten an und gehe ins Stadtzentrum um für das Abendessen einzukaufen, wo ich sie dann treffe.

Gemeinsam kochen wir Nudeln mit Kichererbsen in Tomatensauce und essen fast den ganzen Topf leer und killen dabei eine Flasche Rotwein. Es ist ein sehr schöner Abend und ich bin überglücklich über meine Herbergswahl. Hier ist es wirklich schön und ich kann mich erholen.

[cml_media_alt id='7016']Nudeln mit Kichererbsen in Tomatensauce[/cml_media_alt]

Gegen halb 8 verabschiedet sich Kathi und wir verabreden uns für morgen um 7 Uhr an der Kirche San Andreas um die 24 km nach Palas de Rei gemeinsam gehen zu können. Auch Kathi möchte die nächsten Tage etwas ruhiger angehen, da sie eine Verdickung am unteren Schienbein hat. Unser neuer Ankunftstag in Santiago de Compostela wird Samstag sein. Denn für die Ankunft am Freitag müssten wir in den nächsten drei Tagen jeweils 30 km gehen. Ich bin verdammt nochmal auch hier, um Urlaub zu machen. Also werden es weniger als 30 km pro Tag. (Ich höre meine Füße leise jubeln ?)

Ich erklimme dann jetzt mal mein Bett. Ja, ich habe schon wieder das obere Bett erwischt. Ich sehe für die Spanier offensichtlich jung und agil aus…

Bis Morgen vom Camino!

Alles Liebe

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